Unser Hof

Stallungen

Neueinrichter nennt man das offiziell, wenn eine Hofstelle neu gegründet wird. Genau dies haben wir hier in Bünghausen getan.

Unser Wohnhaus ist ein typisches Bergisches Fachwerkhaus aus dem Jahr 1914. Schwarz-weißes Fachwerk, schwarze Schiefer und grüne Schlagläden - das passt hier hin. So haben wir das Haus übernommen, und in der Bergischen Tradition wollen wir es erhalten. Landwirtschaftliche Gebäude gehörten ursprünglich nicht zum Haus, im Haus fand sich beim Einzug 1992 noch ein - eigentlich ziegenunwürdiger - Ziegenstall. Ein feuchtes Kellerloch mit dem Ring zum Anbinden der Ziege noch in der Wand. So war das früher hier. Hinter dem Haus stand noch ein alter Hühnerstall. Denn hier auf dem Dorf hatte bis in die 1960er Jahre fast jeder noch Hühner oder irgendein Vieh.

Wenn auch das Haus Hömelstr. 12 bereits 1914 erbaut wurde, es war nie ein klassisches Bauernhaus. In dem Fachwerkhaus lebten immer Arbeiter und Angestellte, die bis in die 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts hinein allenfalls Ziegen und Hühner hielten. Scheunen und Ställe wie in den alten obergischen Höfen gibt es hier also nicht.


Stallungen

Die ersten "offiziellen" Vieh-Unterstände bauten wir 1998 auf einer Wiese hinter dem Haus. Auf rund 70 Quadratmeter fanden die Schafe und später auch die ersten Kühe Platz, 60 Quadratmeter blieben für die Maschinen.

2007 war dann endgültig klar: Der Platz reicht nicht, ein Stallgebäude muss her. 2008 bauten wir dann einen geräumigen 300-Quadratmeter-Stall in etwa 250 Meter Entfernung. Der ist flexibel einteilbar und als Gemischtviehstall geplant: Schafe, Kühe und Pferde können dort untergebracht und versorgt werden.

Weil es schon fast sträflich wäre, einen Neubau nicht so zu planen, dass wir auch umweltfreundlich Energie produzieren können, liefert seit Heiligabend 2008 auch eine Solaranlage mit einer Spitzenleistung von stark 13 KW/Peak Strom ins oberbergische Stromnetz. Da elektrische Energie gerne den kürzesten Weg nimmt, können wir jetzt behaupten, zumindest Teile von Bünghausen mit Strom zu versorgen.


Maschinen

Begonnen hat die Landwirtschaft mit einem alten Deutz 4005, ein Trecker, etwa so alt wie sein Besitzer. Mit dem Gerät war die Arbeit hier an den steilen Hängen schon ein Abenteuer - mal schob die Heupresse die ganze Fuhre den Berg hinunter, bremsen Glücksache. Mal war der Regen doch zu heftig gewesen - festgefahren. Der Deutz mit seinen rund 40 PS tut bis heute unverwüstlich seinen Dienst, ist jedes Jahr bei der Heuernte im Einsatz, braucht kaum Sprit und fährt, transportiert, fährt ....

Nach einer kurzen Episode auf einem Allrad-Fendt (ohne Allrad-Trecker geht´s hier nicht) arbeitet seit 2007 ein Steyr 375 kompakt auf dem Hof: 75 PS, bislang ebenfalls unverwüstlich und allen Anforderungen gewachsen. Der soll halten, bis die Hofnachfolge geregelt ist ....

Dann steht hier natürlich alles herum, was ein Grünlandbetrieb so benötigt: Wiesenschleppe, Mähwerk, Heuwender (für den alten Deutz), Schwader, Miststreuer, Kippkarre, Viehhänger. Die Heupresse ist verkauft - wir haben im Rahmen der Betriebsvergrößerung komplett auf große Rundballen umgestellt. Die kleinen Heuballen sind zwar romantisch - aber die notwendigen Helfer bei der Heuernte werden rar.